Wüüüüüüüüstentour, …. tja ich kann es leider nicht in Worte fassen. L Es war einfach unglaublich, faszinierend, überwältigend, berauschend, ergreifend, bezaubernd, mystisch, herrlich, wunderschön, abenteuerlich und vor allem bewegend. Manchmal musste ich fast weinen, weil ich so überwältigt war. Diese Stille, diese Weite und diese unendlich schönen Formen von Gestein und Sand, die man überall sehen konnte!!! Und die Farben des Himmels beim Sonnenuntergang und beim Vollmond …
Aaaaahhhh einfach üüüüüüberwältigend…
Es ging in Kairo an einer Busstation los. Ich habe mich dort mit Janna (Praktikantin der Europaschule) und zwei Bekannten von ihr aus Alexandria getroffen. Zum Glück hatten wir Tickets mit Sitzplatznummerierung und konnten unsere Plätze auch mit Hilfe der arabischen Zahlen relativ schnell finden. Der Bus wurde natürlich bis auf den letzten Platz im Gang vollgestopft und einige notgeile Männer standen im Gang extra ganz nah an unseren Plätzen und haben uns ständig, natürlich völlig ohne Absicht, berührt!
Auf der fünf stündigen Fahrt hatten wir dann auch noch einen Unfall. Ein Minibus ist zu schnell über einen Straßenhügel gefahren. Er ist dann zuerst gegen unseren Bus geknallt und dann auf der anderen Straßenseite den hohen Bordstein hochgefahren. Einige Männer aus unserem Bus sind hingelaufen und haben den Verletzten geholfen. Und ein Asiate hat das Ganze erstmal wunderbar gefilmt! Assi!
Etwas zu spät sind wir dann in der Baharia-Oase angekommen und haben dann bei der Sabine ein leckeres Mittagessen bekommen. Sabine ist eine deutsche Frau, die vor 20 Jahren einen Beduinen kennengelernt und schließlich geheiratet hat. Sie führt in Baharia das totale Aussteigerleben. Sie haben ein kleines Haus in einem wunderschönen Garten mit einem kleinen gekachelten Pool, Bananenstauden, Mangobäumen, blühenden Büschen, jede Menge Katzen ….. Die ganze Baharia-Oase bekommt ihr Wasser durch eine heiße Quelle.
Dann ging es los in die Wüste mit unserem extrem attraktiven Guide;-). Am ersten Tag haben wir jede Menge Sanddünen gesehen. Der Guide ist mit voll Speed die Dünen hoch- und runtergefahren! Das war ein Spaß! Abends hat er dann das Lager direkt an einer Sanddüne aufgeschlagen und uns ein köstliches Abendessen gekocht! Wir mussten während der kompletten Wüstentour nichts machen. Der Guide hat für uns gekocht, das Lager auf und abgebaut, Feuer gemacht, Tee gekocht, die schönsten Stelle herausgesucht, den Abwasch gemacht ….
Und das Essen war ein Traum!!! Morgens gab es ägyptisches Fladenbrot mit Marmelade, Schmierkäse, Honig und weißer Nougataufstrich. Mittags und abends hat der Guide für uns warm gekocht. Es gab Reis, Kouskous, Baba Ganoush (Dip aus Auberginen), Foul, Linsensuppe, Hühnchen, frisches Gemüse, …
Am zweiten Tag ging es dann weiter durch die weiße Wüste. Dort gibt es überall strahlend weiße Kalkfelsen. Am dritten Tag waren wir in der Western Dessert und am letzten Tag in der schwarzen Wüste. Unser Tagesablauf sah immer wie folgt aus. Morgens lecker Frühstücken, danach durch die Wüste heizen, an den schönsten Stellen anhalten um Fotos zu machen, irgendwo hochzuklettern, Spazieren zu gehen, zu meditieren, lustige Springfotos zu machen, die Sanddünen runter zu kugeln, zu staunen usw., weiter fahren, an einer kleinen Oase anhalten, Decken ausbreiten für das Mittagessen, bekocht werden, essen, weiterfahren , zwischendurch anhalten, Nachtlager aufschlagen, bekocht werden und schließlich gemütlich am Feuer sitzen.
Am vierten Tag war ich richtig traurig, dass wir zurück nach Kairo mussten. Kairo kam mir nach der Wüstentour noch dreckiger, lauter und vermüllter vor.
Mein einziger Trost beim Abschied war, dass ich diese Wüstentour auf jeden Fall noch einmal machen will!!! Ich konnte einfach noch zu wenig von der ganzen Atmosphäre, der Stille, den Bildern, der überwältigenden Schönheit aufsaugen! Das nächste Mal vielleicht mit Kamelen und dann ein paar Tage länger!
Ach, übrigens haben wir die kompletten vier Tage nicht geduscht und im Freien gepinkelt und gek… . Komischerweise fühlt man sich überhaupt nicht schmuddelig oder dreckig! Die Wüste war einfach so sauber, dass hat auf unser Körperempfinden abgefärbt!